|
Lorenzo il Magnifico
Lorenzo de’
Medici, Sohn von Piero de’ Medici und Lucrezia Tornabuoni, wurde
am 1. Januar 1449 in Florenz geboren.
Nach einer intensiven humanistischen Ausbildung bekleidete er 1466
erste politische Ämter in der florentinischen Stadtregierung und
nach dem Tod seines Vaters übernahm er sowohl die Leitung der Bank
der Medici als auch, zusammen mit seinem Bruder Giuliano, das
Prinzipat (die Stadtherrschaft) in der Florentinischen Republik.
Drei Jahre später führte er Florenz in einen Krieg gegen Volterra,
um den Einfluss seiner Stadt in Italien auszubauen.
1478 verübten Mitglieder der rivalisierenden Familie der Pazzi
infolge einer politischen Verschwörung einen Mordanschlag auf die
Medici-Brüder. Giuliano wurde getötet, Lorenzo konnte entkommen.
Das Volk war auf der Seite der beiden Brüder und übte blutige
Rache an den Verschwörern, die am Fenster des Palastes der Signoria
erhängt wurden. Die Stricke wurden dann durchgeschnitten und die
Leichen dem Volk preisgegeben. Das Ereignis, das eigentlich den
Untergang der Medici hätte herbeiführen können, wurde schließlich
ihr Triumph. Die Verschwörung hatte aber mit Wissen des Papstes
Sixtus IV. stattgefunden und dadurch geriet Florenz 1478 in einen
Krieg gegen den Kirchenstaat.
Lorenzo de’ Medici wurde dabei durch
die Stadtstaaten von Mailand und Venedig unterstützt, während
Sixtus IV. sich mit Neapel verband und Lorenzo mit dem Kirchbann
belegte.
1480 gelang es Lorenzo de’ Medici, das süditalienische Königreich
auf seine Seite zu ziehen und somit konnte kurze Zeit später ein
Friedensvertrag ausgehandelt werden.
Sein Erfolg in der Auseinandersetzung mit dem Kirchenstaat erhöhte
Lorenzos innenstädtische Macht und bescherte ihm Anerkennung in
ganz Italien, was sich ihm für die Entfaltung seiner klugen
Allianz- und Gleichgewichtspolitik in den folgenden Jahren als sehr
hilfreich erwies.
Unter der Führung von Lorenzo de’ Medici entwickelte sich Florenz
zur entscheidenden politischen Kraft in Italien. Lorenzo bewies nämlich
seine Fähigkeiten als erfolgreicher Geschäftsmann und trug
wesentlich zur Steigerung des Familienvermögens bei.
Den Beinamen il Magnifico (der Prächtige) erhielt Lorenzo durch
seine ausgeprägte Förderung der schönen Künste: Literatur,
Malerei, Skulpturen und Architektur. Er versammelte an seinem Hof
die talentiertesten Künstler und Intellektuellen seiner Zeit. Zu
diesen zählten neben anderen die Maler Botticelli und Michelangelo.
Er nahm außerdem aktiv an dem teilweise von ihm selbst finanzierten
glänzenden Kulturleben der Renaissance teil. Er förderte und beschützte
die berühmtesten Lehrmeister der Philosophie, der Philologie und
des Rechts und umgab sich mit Dichtern, Künstlern und Philosophen.
Lorenzo baute die Biblioteca Medicea Laurenziana in Florenz aus und
prägte als Bauherr das Gesicht seiner Stadt.
Lorenzo war außerdem ein hervorragender Dichter und hatte genaue
Kenntnisse im Bereich der Architektur und Literatur. Er verfasste
philosophische Schriften und lyrische Dichtungen in italienischer
Sprache und
trug damit zum Übergang des Humanismus vom Latein zum
Italienischen, der in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts
stattfand, bei.
Im Jahre 1485 holte Lorenzo den Dominikanermönch
Girolamo Savonarola als Prior des Klosters San Marco nach Florenz, möglicherweise
um ihn dort besser beobachten und unter Kontrolle halten zu können,
da Savonarola als Bußprediger bekannt war, der brennende Kritik gegen
die Verkommenheit der Herrschenden und des Klerus ausübte und damit
großen Einfluss auf das Volk hatte.
Tatsächlich trug er wesentlich zur Vertreibung der Medici 1494 aus
Florenz bei. Savonarola kritisierte heftig auch Florenz, verglich
die Stadt mit einem Bordell und prophezeite Lorenzo den Tod. Dieser
starb tatsächlich im gleichen Jahr, am 8. April 1492, im Alter
von nur 43 Jahren. Sein Grabmahl wurde von Michelangelo gestaltet, während
Savonarola nach vier Jahren Herrschaft über Florenz von einer
aufgebrachten Menge auf den Scheiterhaufen gezerrt wurde.
Lorenzo liegt in der Neuen Sakristei der Basilica
di San Lorenzo in Florenz begraben
-> Zurück
zu den Artikeln |